Lena Kadlec

Lena ist als ehemalige Leistungssportlerin (Leichtathletik) dem Golfsport verfallen und findet nun keinen Ausweg mehr. Darum begann die 28-jährige Rheinländerin sich während ihrem Studium beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC; Sporternährung) näher mit dem noch „exotischen“ Thema Golfernährung zu beschäftigen und unterstützt innerhalb der Sport- und Marketing Agentur LPM zur Zeit den Challenge Tour Spieler Ben Parker. Lena coacht und begleitet nicht nur Golfpros und Hobbygolfer zur Höchstleistung, sie doziert auch an der Deutschen Sporthochschule in Köln und unterstützt darüber hinaus Nachwuchssportler über das Deutsche Zentrum für Leistungssport (momentum) und dem Olympiastützpunkt Rheinland.

Lena ist jung, ehrgeizig und hat sich beruflich hohe Ziele gesteckt. Im Juli wird sie nach St. Andrews (Schottland), in die Heimat des Golfsports, reisen und beim „World Scientific Congress of Golf“ ihre erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen (Golfernährung) präsentieren. Gemeinsam mit LPM hat sie die Vision, in diesem Bereich zu forschen und somit Profisportler weltweit zur Seite zu stehen. Eine eigene Ernährungs-Produktereihe, speziell für Golfer, wäre ihr Traum.

Generell rät Lena, dass grundsätzlich jeder aktive Mensch auf seine Ernährung achten sollte, um höchste Konzentrationsfähigkeit und Energie im Alltag aufrecht zu erhalten, aber auch beispielsweise Leistungstiefs am Mittag und/oder Krankheiten vorzubeugen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse und Obst, komplexen Kohlenhydraten (Vollkornbrot, Naturreis, etc.), guten Fetten (Olivenöl, Nüsse, etc.), qualitativ hochwertigen Eiweißquellen (Fisch, Hühnerfleisch, Eier, etc.) und ausreichend Wasser sollten immer die Basis (auch für Nichtsportler) bilden.

Die Ernährung für den Golfer bedarf jedoch einen etwas genaueren Blick. Die golfspezifische Ernährung gliedert sich in drei Teilbereiche; die Ernährung vor- während und nach dem Spiel. Ziel eines Golfers besteht neben der physischen Leistungsfähigkeit, vor allem die mentale Ausdauer auf dem Platz für ca. 4-5 Stunden (18 Loch) aufrecht zu erhalten. Aus ernährungsphysiologischer Sicht hängt unsere kognitive Leistungsfähigkeit von der zugeführten Energie, Flüssigkeitsaufnahme, bestimmten Nährstoffen und dem Timing der aufgenommenen Mahlzeiten/Snacks ab. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Studien die belegen, dass das Timing der Nahrungsaufnahme für den Sportler (für den Golfer rund um das Spiel) sehr entscheidend ist. Dazu gehört ein ausbalanciertes Frühstück/Mittagessen (je nach Tee-Time) 2-3 Stunden vor dem Abschlag, abgestimmte Snacks auf der Runde (mind. Jede Stunde) und ein relativ schnell aufgenommenes Mittag/Abendessen (innerhalb 45 Minuten bis 1 Stunde) nach dem Spiel. Nicht nur das Auftreten von Hunger in ungünstigen Momenten, sondern auch Müdigkeit und niedrige Blutzuckerspiegel können durch individuell angepasste Strategien leicht umgangen werden und führen dadurch zu einem konstanterem Golfspiel.

Mit viele kleinen Tipps ist einem Hobbysportler schnell geholfen. Eine Flasche stilles Wasser (mind. 750ml auf 9 Loch; mind. 1,5 Liter auf 18 Loch) oder eine selbst gemischte Fruchtsaftschorle aus Wasser und Johannes – oder Grapefruitsaft (3:1) sorgen für eine gute Hydrierung und darf damit in keinem Golfbag fehlen. Um niedrige Energielevel und einen konstanten Blutzuckerspiegel zu gewährleisten empfiehlt Lena gemischtes Studentenfutter (Nüsse und Trockenobst), Müsliriegel, Obst (Banane, Apfel, Birne), kleine Sandwichs (bspw. etwas Frischkäse mit Honig) oder Fruchtbrote.

Also, auf in den Supermarkt und sich die Power bis zum letzten Abschlag garantieren 🙂

Golfernährung für den Profi

Der Tour-Profi hingegen ist häufig extremen Wetterbedingungen (hohe Außentemperaturen, feuchte Luft, Wind, etc.) und einem stetigen Reisestress ausgesetzt und sollte daher einem exakt abgestimmten Ernährungs- und Trinkplan folgen, da höhere Schweiß- und Energieverluste adäquat ausgeglichen werden müssen. Das Timing auf der Runde spielt hier eine weitere entscheidende Rolle. Lena entwickelte während einem LPM-Trainingslager auf Son-Gual (Mallorca) speziell für Ben Parker eine Scorekarte mit genauen Angaben an welchem Loch bzw. in welchen Zeitabständen ein Snack/Getränk im Turnier aufgenommen wird. Als Leistungssportler ist es entscheidend die Zuckerspeicher (Glykogen) in der Muskulatur und Leber so wenig wie möglich zu beanspruchen, vor allem die Energiespeicher der Leber sind für eine dauerhafte Gehirnleistung verantwortlich.

Tagtäglich kommen vermeintlich viel versprechen Nahrungsergänzungsmittel für den Golfer auf den Markt. Lena kann nur vor dem vielfältigen Gebrauch warnen, da häufig verunreinigte Substanzen einen positiven Dopingtest verursachen können. Jedoch konnten einige Studien beweisen, dass die Aufnahme von koffeinhaltigen Sportler Getränken zu einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit beim putten führt, was jedoch je nach Verträglichkeit des Spielers sensibel geplant werden sollte.

Da dieser Forschungsbereich noch in den Kinderschuhen steckt, ist Lena sich sicher, dass noch einige interessante Ernährungsempfehlungen, unter anderem Mythen, für den Golfer auftauchen werden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde uns von Lena Kadlec und der Zeitschrift Perfect Eagle zur Verfügung gestellt. #mehrwertfuergolf_ch bedankt sich herzlich für diesen wertvollen Input.