1. Was hat euch vor drei Jahren motiviert die Zeitschrift Golf & Country zu übernehmen?

Im Oktober 2012 wollte die Besitzerin, der deutsche Jahr Top Special Verlag, zwei seiner drei Schweizer Magazine einstellen, weil die Gesamtrechnung nicht mehr aufging. Da haben sich mein Mann Franco und ich zusammengesetzt und das Ganze etwas genauer betrachtet. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass man auf der Kostenseite einiges optimieren kann und es möglich sein müsste, innerhalb einer vernünftigen Frist mindestens wieder Break even zu erreichen. Mindestens ebenso wichtig war die emotionale Komponente: Mit Jahrgang 1950 ist Golf & Contry das älteste Golfmagazin der Schweiz, und so etwas darf nicht einfach vom Markt verschwinden.

2. Social Media Plattformen verdrängen den Printbereich immer mehr. Warum druckt ihr trotzdem 10 x im Jahr die Zeitschrift Golf & Country?

Gerade bei Special-Interest-Titeln ist der Wunsch, ein gedrucktes Produkt in Händen zu halten, offenbar immer noch recht weit verbreitet.

3. Was ist die grösste Herausforderung in der Redaktion, damit ihr beide zufrieden seit?

Da wir beide den Beruf «von der Pike auf» erlernt haben, fühlen wir uns immer noch den gleichen Tugenden verpflichtet, die schon vor 30 Jahren publikumsorientierten Journalismus ausmachten. Die vier wichtigsten sind a) Themen zu finden, die Leserinnen und Leser interessieren, b) aussergewöhnliche Geschichten spannend und verständlich zu erzählen, c) sie attraktiv zu illustrieren und d) die Storys auch entsprechend zu «verkaufen».

4. Das Erscheinungsbild von Golf & Country ist für uns sehr ansprechend. Wem seine Handschrift trägt das Layout und was ist jedesmal wichtig, damit es gelingt?

Im Herbst 2013 wollten wir unbedingt ein Redesign, weil uns das alte Layout langweilte. AD Michael Müller hat dann das heutige Konzept und seine verschiedenen Elemente entwickelt. Damit eine Ausgabe optisch «gelingt», braucht es zwei, drei Geschichten, die sich aussergewöhnlich ins Bild setzen lassen.

5. Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir im Bereich „Ladies Specials“ inhaltlich vermehrt wünschen?

Ich bin eigentlich keine Freundin von «Ladies Specials». Die haben alle so etwas Zwanghaftes. Ich bin überzeugt, dass es in einem Golfmagazin keine «Männer-» und keine «Frauengeschichten» gibt. Guter Journalismus wendet sich immer an beide Geschlechter. Und mittlerweile interessieren sich ja auch Männer für Lifestyle- und Gesundheitsthemen.

Herzlichen Dank für das Interview Elisabeth. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude in deiner täglichen Arbeit mit den immer spannenden Themen rund ums Golfen! Gratulation, dass euch der publikumsorientierte Journalismus so gut gelingt!